40+1 Jahre Korbball beim TuS Eisbergen

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40+1 JAHRE KORBBALL IM TUS EISBERGEN

Die Ursprünge unseres heutigen Korbball-Betriebes gehen auf das Jahr 1969 zurück, als wir - vom Turnen kommend - auf der Suche nach einer Möglichkeit waren, bei der jedes Mädchen und jede junge Frau mitmachen konnte. Da kam die Anfrage aus dem Kalletal, ob wir nicht Lust hätten, Korbball zu spielen, wie gerufen. Am 9.2.1969 nahmen wir an unserem ersten Hallenkorbball-Turnier in Silixen teil – und gewannen alle Spiele. Denn wir waren ja nicht unvorbelastet: Korbball war für die damaligen Spielerinnen Schulsport gewesen, auf Turnfesten im Sommer gehörte Feldkorbball zum Programm, und bei unseren freitäglichen Turnstunden bildete es den Abschluss.

 

Aber nun stiegen wir, was wir damals noch nicht ahnten, so richtig ein: im August 1969 Westfalen-Meisterschaften im Feldkorbball in Herford mit einer Jugendmannschaft, im September 1969 Jugend-Turnspielfest des WTB auf der Bielefelder Alm usw.. Die Kontakte waren geknüpft, und im Winter 1969/1970 bestritten wir unsere erste Hallenserie, nun schon in der Frauenklasse.

Zwölf Jahre gab es bei uns nur Frauen-Teams, sporadisch auch mal Jugend-Mannschaften, jedoch fehlte eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit. 1986 begannen wir damit, Schüler- und Jugendmannschaften zielgerichtet aufzubauen, was bald Früchte trug.

Schon 1989 nahm zum ersten Mal eine Schülerinnen-Mannschaft an Deutschen Meister-schaften im Feldkorbball in Hannover-Garbsen teil. Von da an waren Eisberger Mannschaften - mal die Schülerinnen, mal die Jugend, mal die Frauen, viermal auch zwei Teams – ziemlich regelmäßig bei deutschen Titelkämpfen vertreten: an Deutschen Meisterschaften im Feldkorbball waren wir neunmal beteiligt, bis diese 1999 eingestellt wurden, an Deutschen Meisterschaften im Hallenkorbball dreizehn Mal. Dabei wurden die unterschiedlichsten Platzierungen erreicht.

Das Highlight schlechthin war die DM 2005 in Neuwied, als unsere Jugendmannschaft den ersten Meistertitel nach Eisbergen holte. Schon im Jahr zuvor war sie knapp daran vorbei-geschrammt, als sie in Bremen quasi in der letzten Sekunde den Ausgleichstreffer der SG Dittelbrunn hinnehmen musste, während die mitgereisten Fans - die diese dramatischen Minuten nie vergessen werden! - schon jubelnd am Spielfeldrand standen. In der Verlängerung unterlagen unsere Mädels den Bayerinnen dann mit zwei Körben. Revanche nahmen sie ein Jahr später, denn wieder hieß der Endspielgegner SG Dittelbrunn, aber diesmal hatten sie die besseren Nerven. Getoppt wurde dieses Ergebnis 2006 in Sennfeld mit der erfolgreichen Titelverteidigung und der zweiten Deutschen Jugend-Meisterschaft für unseren Verein.

Unsere 1. Frauen-Mannschaft, die sich derzeit aus Spielerinnen der erfolgreichen Schülerinnen- und Jugendmannschaften der Vergangenheit zusammensetzt, spielt seit Einführung der Bundesliga Süd im Jahre 2001/2002 - mit einer einzigen Unterbrechung in der Saison 2003/2004 - in der Korbball-Königsklasse. Für die Teilnahme an einer „Deutschen“ hatte es bisher nicht gereicht, doch in der Winterrunde 2009/2010 stimmte die Leistung, um bei den Meisterschaften „Zuhause“ dabei zu sein. Bereits am vorletzten Spieltag qualifizierte sich die Mannschaft und beendete diese erfolgreiche Saison auf dem zweiten Tabellenplatz.

40+1 Jahre Korbball in Eisbergen – das sind auch viele Personen, die sich in all diesen Jahren für unseren Sport engagiert haben und deren komplette Aufzählung den Rahmen dieser Chronik sprengen würde. Erwähnt seien deshalb stellvertretend für alle nur unsere langjährigsten Betreuer und Betreuerinnen in alphabetischer Reihenfolge:

- Heike Bahl (seit 1982 sporadisch Jugend und Frauen, seit 2005 – heute / Frauen)

- Astrid Habecker (1993 – heute / Schülerinnen; davor sporadisch Jugend)

- Christiane Heyse (1993 – heute / Jugend)

- Wolfgang Kardetzky (1974 – 1984 … / Frauen)

- Karin Meier (1990 – heute / Frauen)

- Fritz-Günter Pape (1969 bis 1974 / Betreuer der „1. Stunde“)

- Helga Pape (1986 – 1993 / Beginn der kontinuierlichen Nachwuchsarbeit)

- Verena Pape (2003 – heute / Schülerinnen)

- Wolfgang Pettenpaul (1985 – 1989 Frauen, 1990 – 1993 Jugend)

- Kerstin Siekmöller (1993 - heute / Schülerinnen und Minis)

 

Erfreulicherweise sind  in den letzten Jahren etliche jüngere Spielerinnen zu unserem Betreuerinnenstab hinzugestoßen, so dass wir der Zukunft guten Mutes entgegenblicken.

Stolz sind wir auch darauf, dass mit Bärbel Ottong, geb. Brandhans, Edith Pettenpaul, geb. Hesemeier, und Karin Meier, geb. Mohme, noch heute Korbballerinnen aus der „Gründerzeit“   aktiv spielen. Ebenfalls 40+1 Jahre dabei ist die Chronistin Brigitte Rümenapp.

Nachtrag 10. Mai 2010:

Unsere Frauen krönten die durchweg gelungenen 42. Deutschen Meisterschaften im Hallenkorbball mit der Vizemeisterschaft. Ihre beiden Vorrundenbegegnungen am Samstag hatten sie mit zwei Remis beendet. Allerdings war gegen TUS Sudweyhe mehr als das 7:7 drin, denn beste Wurfchancen wurden vergeben. In einem mitreissenden Spiel gegen die SG Findorff Bremen, den späteren neuen Deutschen Frauenmeister, erzielten sie ein 4:4 und waren damit für das Halbfinale qualifiziert. Dort trafen sie auf Vorjahresmeister Spvgg Hambach, dem sie zur Halbzeit bereits mit 5:1 Körben davon gezogen waren und den sie letztendlich mit 6:3 besiegten. Das Finale gegen Findorff verlief unter ohrenbetäubender Anfeuerung von der voll besetzten Tribüne in den ersten 20 Minuten Zug um Zug zum 3:3-Halbzeitstand. Nach Wiederanpfiff nutzte Findorff Konter, zielte besser und legte innerhalb von vier Minuten vier Körbe vor. Diesen Vorsprung konnten unsere Frauen nicht mehr aufholen und erreichten mit 4:9 Körben „nur“ Silber, was der riesengroßen Freude im gesamten Eisberger Lager jedoch keinen Abbruch tat.